Kirchen-Kultur in Graz und Umgebung

Die christlichen Kirchen von Graz sind ein lebendiger Bestandteil der Kulturhauptstadt Graz. Konzerte, Ausstellungen, Vorträge, insbesondere aber Gottesdienste und Feste, und nicht zuletzt die beeindruckende Architektur der Gotteshäuser bereichern das geistige und kulturelle Leben dieser Stadt.



Foto: © Graz Tourismus


Domkirche
Ursprünglich eine Pfarrkirche, wurde das dem Hl. Ägydius geweihte Gotteshaus von Kaiser Friedrich III. 1438 bis 1462 wesentlich erweitert und umgebaut. Die Domkirche ist eine spätgotische Staffelkirche mit spätgotischen und barocken Anbauten und wurde um 1130 erbaut. Sie ist seit 1786 Domkirche. Besonders bemerkenswertes Fresko: Landplagenbild (Erinnerung an die Gottesplagen Türken, Heuschrecken und Pest von 1480) an der Südwestecke der Außenmauer.

Basilika Mariatrost
Auf dem 469 m hohen Purberg erhebt sich die Pfarr- und Wallfahrtskirche Mariatrost. Sie ist nach Mariazell das wichtigste Marienheiligtum der Steiermark. Im Jahr 1636 wurde das "Purbergschlössl" mit einer Kapelle zu Ehren der Eltern Mariens - Joachim und Anna - erbaut. Schon um 1690 hatte das Heiligtum den besten Ruf wunderbarer Gebetserhörung und der Zustrom der Pilger vermehrte sich zusehends. In den Jahren 1714 bis 1746 wurde die jetzige Kirche von Johann Stengg in der Hochform des Kaiserbarocks errichtet. Im Jahre 1786 wurde die Wallfahrt verboten, das Paulinerkloster aufgehoben und eine Weltpriesterpfarre errichtet. Die Franziskaner übernahmen 1846 die Pfarre und die Wallfahrtskirche und es kam wieder zum Aufblühen der Wallfahrten. Unter den Franziskanern erfolgte von 1975 bis 1977 eine Außenrenovierung und von 1981 bis 1984 die Innenrenovierung der Kirche. 1993 wurde die neue Orgel vollendet. Nach 150jähriger Seelsorge verließen die Franziskaner 1996 Mariatrost und die Pfarr- und Wallfahrtsseelsorge wurde Weltpriestern übertragen. Eine Stiege mit 216 Stufen führt hinauf zur Basilika und ist eine Einmaligkeit in der Stadt Graz. Sie wurde im Jahre 2001 neu gestaltet und heißt nun "Angelusstiege". Das Gebet "Engel des Herrn" und meditative Texte auf Bronzetafeln laden zum Verweilen ein und begleiten den Pilger auf seinem Weg zur Basilika. Am 13. eines jeden Monats findet die Fatimawallfahrt zur Basilika statt. Beginn 18:30 Uhr Endhaltestelle der GVB-Linie 1 in Mariatrost, Messe in der Basilika um 19:00 Uhr

Kalvarienberg St. Radegund
1186 wurde eine Holzkirche im heutigen Kurort erbaut.
Der Kalvarienberg in St. Radegund ist der schönste Volks-Kalvarienberg Österreichs (seit 1760). Das Besondere und Einzigartige dieses Kalvarienberges sind vor allem seine szenische Reichhaltigkeit und seine Überschaubarkeit. Steht man am Fuße des Berges, lässt sich beinahe die gesamte Anlage mit einem Blick erfassen. Und kein anderer Kalvarienberg im alpenländischen Raum ist so reich an Kapellen und Figuren.

Wallfahrtskirche Judendorf-Straßengel
Diese Wallfahrtskirche wurde von 1346 bis 1355 erbaut. Der Turm wurde 1366 fertiggestellt. Der Grundriss der Kirche ist derselbe wie der des Chores vom Stephansdom in Wien und außerdem sind der Berg und die Kirche zusammen gleich hoch wie der Turm des Stephansdomes. Daher wird die Wallfahrtskirche Judendorf-Straßengel auch oft "Der Steirische Stephansdorm" genannt. Erwähnenswert ist auch ein in der Kirche befindliches Wurzelkreuz aus dem Jahre 1255, dessen Christusfigur vom Todesschmerz gezeichnete Züge aufweist. Kopf- und Barthaare sind aus Wurzelfasern gewachsen.

Bergkirche Maria Schutz in Kalkleiten-Stattegg
Die in den Jahren 1960 bis 1962 neu erbaute Bergkirche Maria Schutz thront auf einer Hochebene in Kalkleiten-Stattegg, von der man bei Schönwetter einen eindrucksvollen Blick auf die Landeshauptstadt Graz und das Grazer Becken hat. Das nach Plänen des Architekten Kurt Weber-Mzell realisierte Gotteshaus trägt das Patrozinium "Maria Schutz". Das steile Dach und der keilförmig auf den Altar hingerichtete Baukörper bilden einen zentralen Raum. Die Beton-Glasfenster sind nach Entwürfen von Alfred Wickenburg in der Schlierbacher Glasmalerwerkstätte ausgeführt worden. Sie zeigen die "Arche Noah", den "Turm Davids" und die "Verkündigung an Maria". Gegenüber sind der "Engel mit dem Kelch", der "Engel mit dem Brot" und das Kreuz als Sinnbild des unblutigen und blutigen Opfers dargestellt. Zwischen den einzelnen Darstellungen sind Blumenstilleben mit Lilien als Mariensymbole eingefügt. Im Chorscheitel befindet sich eine im Jahre 1965 von Franz Weiss (geb. 1921) geschnitzte, lebensgroße Figur der Maria mit dem Jesuskind, die aber auch als Schutzmantelmadonna in ihrer Eigenschaft als Kirchenpatronin aufgestellt ist. Das Altarkreuz stammt von Alexander Silveri (1910-1986). Die symbolhafte architektonische Konzeption und die faszinierende Wirkung der Glasfenster lassen den Besuch dieses kleinen Sakralbaues für den Menschen zu einem eindrucksvollen Erlebnis werden.

Tourismusregionalverband Oststeiermark, Projektträger "Auf den Spuren der Pilger & Wallfahrer"